37.1789, Confs: Textuelle Identität: Autorschaft und Schreibstil in der aktuellen Forschung (Austria)
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Mon May 18 10:05:02 UTC 2026
LINGUIST List: Vol-37-1789. Mon May 18 2026. ISSN: 1069 - 4875.
Subject: 37.1789, Confs: Textuelle Identität: Autorschaft und Schreibstil in der aktuellen Forschung (Austria)
Moderator: Steven Moran (linguist at linguistlist.org)
Managing Editor: Valeriia Vyshnevetska
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Editor for this issue: Valeriia Vyshnevetska <valeriia at linguistlist.org>
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Date: 14-May-2026
From: Dana Roemling [danaroemling at gmail.com]
Subject: Textuelle Identität: Autorschaft und Schreibstil in der aktuellen Forschung
Textuelle Identität: Autorschaft und Schreibstil in der aktuellen
Forschung
Date: 20-Nov-2026 - 21-Nov-2026
Location: Graz, Austria
Contact Email: autorschaft at uni-graz.at
Linguistic Field(s): Forensic Linguistics
Subject Language(s): English (eng)
German (deu)
Submission Deadline: 15-Jun-2026
Wir laden herzlich zum Symposium „Textuelle Identität: Autorschaft und
Schreibstil in der aktuellen Forschung” ein, welches am Freitag, den
20. und Samstag, den 21. November 2026 an der Universität Graz
stattfindet. Als Fortsetzung der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im
November 2025 an der Ruhr-Universität Bochum wird die Tagung von der
Anglistik der Universität Graz in Kooperation mit The Forensic
Linguistics Lab ausgerichtet.
Im Zentrum der Autorschaftsanalyse steht die Frage nach der Identität
der verfassenden Person und damit auch danach, wie sich die Präsenz
dieser schreibenden Person in einem Text sprachlich manifestiert.
Grundlage ist hierbei die Beobachtung, dass Individuen innerhalb des
Sprachsystems eine spezifische Auswahl aus verfügbaren
Ausdrucksmöglichkeiten treffen. Solche wiederkehrenden Muster im
Sprachgebrauch erlauben es dann, dass Texte einem Individuum
zugeordnet werden können. Da Texte in rechtlichen Kontexten oft
weitreichende Konsequenzen haben, bildet die Autorschaftsanalyse eine
der wesentlichen Säulen der
forensischen Linguistik.
Ziel des Symposiums ist es, den Dialog zwischen theoretischen
Ansätzen, empirischer Forschung und praktischer Anwendung zu fördern.
Darüber hinaus soll die Veranstaltung den wissenschaftlichen Austausch
zwischen der deutschsprachigen Autorschaftsforschung und
internationalen Perspektiven intensivieren. Ein forensischer Fokus ist
ausdrücklich erwünscht, wir freuen uns aber auch über Beiträge
außerhalb der Forensik.
Wir laden daher herzlich zur Einreichung von Beiträgen für Vorträge zu
Themen der Autorschaftsanalyse ein. Mögliche Schwerpunkte umfassen
unter anderem:
- Herausforderungen für die Autorschaftsanalyse durch LLMs und
linguistische Ansätze im Umgang damit
- Individueller Sprachgebrauch in verschiedenen Kontexten und über
Kontexte hinweg
- Methoden zur Analyse sprachlicher Individualität
- Anwendung linguistischer Methoden in konkreten Fallstudien
- Automatisierte Verfahren in der Autorschaftsanalyse (speziell
praxisorientiert mit kleinen Text Samples)
- Welche Merkmale können auf mehrere Verfasser:innen hindeuten, und
wie ist mit solchen Texten umzugehen? Welche Methoden der Analyse sind
hier passend?
- Autorschaftsanalyse im digitalen Zeitalter: besondere
Herausforderungen in Bezug auf digitale Texte, Multimodalität,
Anonymität, Autokorrektur und Autovervollständigung (Text-Completion),
etc.
- Autorschaftsanalyse über Sprachen hinweg: können Texte
unterschiedlicher Sprachen (z.B. Deutsch und Englisch) miteinander
verglichen werden? Welche Merkmale werden von Verfasser:innen von
einer in die andere Sprache mitgenommen?
- Übersetzungstools: können Texte, die durch Übersetzungstools
verfremdet werden, als solche erkannt werden? Welche Spuren
hinterlassen solche Tools?
- Verstellungsstrategien und wie diese erkannt werden können
- Zusammenspiel zwischen Sprache und Persönlichkeit: was kann die
Sprache über die Persönlichkeit in einem forensischen Kontext
aussagen? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen solcher Methoden?
- Multiple Autorschaft: wie soll mit Texten umgegangen werden, die
möglicherweise von mehr als einer Person verfasst wurden? Welche
Methoden eignen sich hier? Wie können Ergebnisse dargestellt werden?
- Wo liegen die Grenzen der Autorschaftsanalyse?
- Erstellung und Verwendung von Korpora für die Autorschaftsanalyse:
welche Korpora gibt es im deutschsprachigen Raum, welche wären
notwendig, welche Merkmale sollen diese haben, welche Daten müssten
gesammelt werden, etc.?
- Sachverständigenwesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
wie wird man Sachverständige(r), welche Ausbildung ist notwendig, was
bedeutet es, Sachverständige(r) der forensischen Linguistik zu sein?
- Sprachprofilerstellung: Zusammenhänge zwischen Sprache und Alter,
Bildungshintergrund, regionaler Herkunft, Geschlecht, Ideologie, etc.
(v.a. Was ist in der Praxis relevant, was ist herausfordernd, wie
können derzeitige Methoden verbessert werden, etc.)
- Ethische Fragestellungen in der Fallarbeit und wie man diesen
begegnen kann
Wir freuen uns über Beiträge, die sich mit diesen und ähnlichen
Themenstellungen befassen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf
der Autorschaftsanalyse im deutschsprachigen Kontext. Beiträge zu
anderen Sprachen sind willkommen und werden im Rahmen der verfügbaren
Programmplätze berücksichtigt. Die Vorträge sind für 20 Minuten mit
10-minütiger Q&A geplant.
Abstracts sollten den Umfang von 300 Wörtern (exkl. Literatur) nicht
überschreiten. Einreichungen richten Sie bitte an die E-Mail-Adresse
autorschaft at uni-graz.at
Beitrags- und Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch.
Einreichung ab sofort möglich.
Wichtige Daten:
15. Juni 2026: Ende der Einreichfrist für Beiträge
Ende Juli 2026: Benachrichtigung der Vortragenden
Eingeladene Sprecher:innen:
TBA
Veranstaltungsort:
SZ 15.21, REWI-Zentrum
Universitätsstraße 15 Bauteil A, 2. Obergeschoß, 8010 Graz
Organisationskomitee:
Karoline Marko (Universität Graz)
Nikol Stopić (Universität Graz)
Finn Markart (Universität Graz)
Daniela Schneevogt (Aston University, The Forensic Linguistics Lab)
Dana Roemling (University of Birmingham, The Forensic Linguistics Lab)
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