37.3421, Confs: Emotion und Interaktion: Empirische und theoretische Zugänge verschiedener Disziplinen (Germany)
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Tue Oct 20 10:05:02 UTC 2026
LINGUIST List: Vol-37-3421. Tue 20 Oct 2026. ISSN: 1069 - 4875.
Subject: 37.3421, Confs: Emotion und Interaktion: Empirische und theoretische Zugänge verschiedener Disziplinen (Germany)
Moderator: Steven Moran (linguist at linguistlist.org)
Managing Editor: Valeriia Vyshnevetska
Team: Helen Aristar-Dry, Daniel Swanson
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Editor for this issue: Valeriia Vyshnevetska <valeriia at linguistlist.org>
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Date: 16-Oct-2026
From: Carolina Fenner [fenner at ids-mannheim.de]
Subject: Emotion und Interaktion: Empirische und theoretische Zugänge verschiedener Disziplinen
Emotion und Interaktion: Empirische und theoretische Zugänge
verschiedener Disziplinen
Date: 22-Sep-2027 - 24-Sep-2027
Location: Heidelberg, Germany
Meeting URL:
https://www.hadw-bw.de/veranstaltungen/emotion-und-interaktion-empirische-und-theoretische-zugaenge-verschiedener
Linguistic Field(s): Applied Linguistics; Cognitive Science; General
Linguistics; Neurolinguistics; Psycholinguistics
Submission Deadline: 21-Mar-2027
Emotionen sind zentrale Bestandteile menschlicher Interaktion und
prägen Wahrnehmung, Kommunikation sowie Entscheidungsprozesse in
sozialen Kontexten. Gleichzeitig werden sie je nach disziplinärem
Zugang unterschiedlich konzeptualisiert – etwa als
psychophysiologische Prozesse (vgl. z. B. Damasio 2004; LeDoux 1998;
Panksepp 1998), als sozial konstruierte Phänomene (vgl. z. B.
Hochschild 2003; Papacharissi 2014; Turner & Stets 2005), als
kommunikative Praktiken (vgl. z. B. Goodwin & Goodwin 2000; Mackenzie
& Alba-Juez 2019) oder als kognitive Bewertungsmechanismen (vgl. z. B.
Schutz & Pekrun 2007). Die WIN-Konferenz „Emotion und Interaktion:
Empirische und theoretische Zugänge verschiedener Disziplinen“ lädt
dazu ein, diese vielfältigen Perspektiven zusammenzuführen und einen
interdisziplinären Dialog zu initiieren.
Während sich die Psychologie und die Neurowissenschaften vorrangig mit
individuellen emotionalen Prozessen, deren kognitiver Bewertung sowie
deren neuronalen und physiologischen Grundlagen befassen (siehe z. B.
Damasio 2004; Feldman Barrett et al. 2018; Gross 2013), analysieren
Soziologie und Kommunikationswissenschaft Emotionen als sozial
situierte und interaktiv hervorgebrachte Phänomene (siehe z. B.
Andersen & Guerrero 1996; Hochschild 2003; Weatherall & Robles 2021).
Die Linguistik fokussiert sich demgegenüber auf die Analyse
sprachlicher und multimodaler Praktiken, durch die Emotionen in
Interaktionen ausgedrückt, zugeschrieben und ausgehandelt werden
(siehe z. B. Mackenzie & Alba-Juez 2019; Polajnar 2012; Ruusuvuori
2013). Bildungswissenschaftliche und organisationsbezogene
Forschungsansätze ergänzen diese Perspektiven um institutionelle und
kontextuelle Rahmenbedingungen emotionaler Interaktion (siehe z. B.
Pekrun & Linnenbrink-Garcia 2014; Reisenzein 2018).
Eine isolierte Betrachtung von Emotionen in Interaktionen innerhalb
einzelner Disziplinen birgt die Gefahr, entweder die biologischen und
kognitiven Grundlagen emotionaler Prozesse zu vernachlässigen oder
deren soziale Hervorbringung und Kontextgebundenheit nicht ausreichend
zu berücksichtigen. Die systematische Zusammenführung dieser
Perspektiven ist für das Verständnis von emotionalen Dynamiken in
Interaktionsprozessen unerlässlich. Diese Dynamiken sind in ihrer
wechselseitigen Verschränkung von individuellen, interaktionalen und
gesellschaftlichen Faktoren zu betrachten.
Die Konferenz richtet sich an Wissenschaftler:innen aus Psychologie,
Soziologie, Linguistik, Kommunikationswissenschaft,
Neurowissenschaften sowie angrenzenden Disziplinen, die sich mit der
Erforschung von Emotionen in Interaktionszusammenhängen beschäftigen.
Im Mittelpunkt der Konferenz stehen sowohl theoretische Modellierungen
von Emotionen in Interaktionszusammenhängen als auch empirische
Untersuchungen aus diversen methodischen Traditionen sowie Beiträge,
die unterschiedliche Analyseebenen miteinander in Beziehung setzen.
Ein zentrales Anliegen der Konferenz ist es, den Austausch zwischen
etablierten Forscher:innen und Nachwuchswissenschaftler:innen zu
fördern. Letztere erhalten gezielt die Möglichkeit, ihre Projekte in
einem interdisziplinären Umfeld zu präsentieren, konstruktives
Feedback zu erhalten und wissenschaftliche Netzwerke aufzubauen.
Hierfür sind spezielle Formate wie Postersessions und Round Tables
vorgesehen, die Raum für Diskussionen zu Work-in-Progress-Projekten,
methodischen Herausforderungen und Publikationsstrategien bieten.
Thematische Ausrichtung und Leitfragen
Die Konferenz lädt zu Beiträgen ein, die sich mit der theoretischen,
empirischen oder anwendungsbezogenen Erforschung von Emotionen in
Interaktionen auseinandersetzen. Dabei können folgende Fragen als
Orientierung dienen: Wie werden Emotionen in den verschiedenen
Disziplinen konzeptualisiert und wie lassen sich diese Ansätze
sinnvoll integrieren? Welche Rolle spielen Emotionen in der
Sprachverarbeitung, Kognition und Entscheidungsfindung und wie wirken
sie sich auf soziale Dynamiken aus? Besonders ermutigt werden
Beiträge, die interdisziplinäre Modelle entwickeln oder bestehende
Ansätze aus Psychologie, Neurowissenschaften, Soziologie oder
Linguistik miteinander in Beziehung setzen.
Auf empirischer Ebene sind Beiträge willkommen, die methodische
Herausforderungen der Emotionsforschung thematisieren. Dazu zählen
qualitative Verfahren wie Gesprächs- und Interaktionsanalyse,
quantitative Designs wie experimentelle Studien oder
Fragebogenuntersuchungen, aber auch innovative Ansätze wie multimodale
Analysen oder die Auswertung digitaler Verhaltensdaten. Besonders
erwünscht sind Studien, die neurowissenschaftliche, psychologische und
linguistische Methoden kombinieren, um Emotionen in verschiedenen
Kontexten – etwa in Bildung, Arbeitswelt, Medizin oder
Mensch-Maschine-Interaktion – zu analysieren.
Darüber hinaus sind anwendungsbezogene Beiträge willkommen, die sich
mit der Umsetzung von Emotionsforschung in der Praxis befassen. Wie
wirken sich Emotionen auf institutionelle und organisatorische
Prozesse aus und welche ethischen oder praktischen Implikationen
ergeben sich daraus? Auch hier sind interdisziplinäre Ansätze
besonders erwünscht, die Brücken zwischen Grundlagenforschung und
angewandten Feldern schlagen.
Einreichung von Beiträgen
Zur Teilnahme an der Konferenz können Abstracts für Vorträge (20 Min.
+ 10 Min. Diskussion), Posterpräsentationen oder
Round-Table-Diskussionen (ca. 40 Min.) eingereicht werden. Abstracts
sollten maximal 500 Wörter umfassen und folgende Punkte enthalten:
- Art des Beitrags (Vortrag, Posterpräsentation,
Round-Table-Diskussion)
- Titel des Beitrags
- Autor:innen (Name, Institution, E-Mail)
- Forschungsfrage und theoretischer Rahmen
- Methodik (falls empirisch)
- erwartete Ergebnisse oder vorläufige Befunde
- Relevanz für die interdisziplinäre Emotionsforschung
Round-Table-Diskussionen: ein:e Moderator:in und min. ein:e Expert:in
sollten feststehen, die übrigen Teilnehmenden ergeben sich aus den
Konferenzteilnehmenden; das Thema sollte umrissen und Leitfragen für
die Diskussion sollten entwickelt werden; neben inhaltlichen
Diskussionen bieten sich hier auch strukturellere Themen an (z. B.
interdisziplinäre Kooperationen/Drittmittelprojekte,
Nachwuchsförderung, Open Science etc.)
Die Einreichung erfolgt in Deutsch oder Englisch bis zum 21. März 2027
per E-Mail an emotion-win2027 at ids-mannheim.de (Mail-Link) mit dem
Betreff „Abstract WIN-Konferenz“. Über die Annahme der Beiträge wird
bis zum 30. April 2027 informiert.
Die finale Version der angenommenen Beiträge für das Konferenzprogramm
ist bis zum 30. Juni 2027 einzureichen. Zudem ist die Erstellung eines
Sammelbandes oder einer Special Issue aus Konferenzbeiträgen geplant.
Kontakt
Für Rückfragen zur Konferenz oder zur Einreichung von Beiträgen steht
Dr. Carolina Fenner (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim)
unter emotion-win2027 at ids-mannheim.de (Mail-Link) zur Verfügung.
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