LL-L "Proverbia" 2010.01.25 (01) [DE-NDS]

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Mon Jan 25 14:41:35 UTC 2010


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L O W L A N D S - L - 25 January 2010 - Volume 01
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From: Hannelore Hinz <HanneHinz at t-online.de>
Subject: Language varieties ?

Leiw' Lowlanners,

nu hett uns hier de Winter fat' krägen...
Un oewer den' Winter snacken's hier so:

Bliwwt de Vörwinter ut, lött de Nahwinter den' Frost bannig rut.
De Winter is kein gaude Gast för olle Lüüd.
De Winter is ne schöne Tied. Kohl un Snappen (Schnupfen) maken sick rut.
Fuule Winter gäwen möör Schap.
Warden de Daag länger, ward de Küll strenger.
(So is dat hier tau Tied -14°/- 20°. )
Wenn de Winter geiht, dreiht hei sick nocheins üm.
Is de Näwel in'n Winter witt, steckt Frost dorachter.
Ünner den' Snei Brot, ünner dat Water Hunger.
Je deiper de Snee, je höger de Klee. (Kleewer)
Föllt in'n Winter väl Snee un bliwwt hei lang liggen, denn gifft dat ein
gaudet Johr, so steiht dat in olle Bäuker.
Väl Snei, väl Heu, oewer man wenig Awt.
Ein Winter ahn Snei deiht de Bööm weih.
Soeben Winter gäwen gauden Roggen. Dröger Winter, spirrig (dürrer)
Sommer. Wenn't in'n Winter rägent, is de Sommer sägent.
Dunner in'n Winter - väl Küll dor achter - väl Iestappen - Awt in'n
Sommer.
Towt de Nurdwind bi Vullmaand, giwwt lang' dägten Frost.
Weiht de Ostwind bi Vullmaandschien, stellt sick grote Küll in.
Wenn't nich lang' wintert, ward de Sommer nich gaud.
Is de Winter warm ward de Buer arm.
In de Winternacht zeigt (wiest') de Maand sien schönste Pracht.
Wenn de Voss bellt, de Wulf huult, duert de Küll noch lang'.
Wenn de Bööm den' Snei holl'n, bräken in'n Fräuhjohr wenig Knuppens up.
De Sünnenvoegel sitten in ne Winterdruw (überwinternde Bienen).
Ick möt ümmer uthollen as de Winterrogg' (im Freien alle Wetterunbilden
ertragen).
Wenn wi nah Kap Huurn kemen, würden de Wintersägel nahmen (sehr haltbares
Segel).
Hei treckt in de Winterwahnung (scherzhaft: kommt ins Gefängnis).
Winterweik: anfällig, kränkelnd Mensch und Tier.
Wintermaand Januar ok "Hartmaand" näumt vunwegen 'harter Kälte'.
Wintermann, poetische Personifizierung des Winters; bald kümmt heran de
Winte(r)mann.
Aus meiner Sammlung (gekürzt).

De Februar ward hier 'Hörning/Horning/Hornung' näumt. Februarius 'Horning'
m. Hörningsblom f. Narzisse: narcissus 'Hoorningsblomen'
CHYSTR. Nathan Chyträus, Nomenclator Latino-saxonicus denuo editus. Rostock
1613.
Hörningshääkt m. Hecht, der im Februar laicht Wa; *de Hörningshääkt laikt in
'n Scheperwohrdi *WA/Jab. 'Schäfer wahr dich'; Scherzname für den Februar,
des Schnees und der Kälte wegen, die dieser zu bringen pflegt. Die Landleute
scheinen den Namen ganz im Ernste zu gebrauchen.
Lit.: Wossidlo/Teuchert.

De grien' Sünn kann hüt nich de Küll bremsen.

Ein hartlich Gräuten.

Hanne

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